Wie Erfolgsteams entstanden sind
(Ein Text von Barbara Sher)

"Im Jahr 1972 leitete ich das erste Erfolgsteam. Damals experimentierte ich mit meiner Gesprächsgruppe, die ich in ein Unterstützungsteam verwan-delte, das jeder Person im Raum helfen sollte, die eigenen Träume zu finden und sie zu verwirklichen. Die Resultate waren erstaunlich. Wir schafften es, dass eine von uns ihr lang ersehntes Jurastudium aufnahm; eine andere bewarb sich endlich bei der Kunsthochschule und wurde dort auch aufge-nommen; und es gelang uns, eine Mitstreiterin in der Produktionsfirma der Sesamstraße unterzubringen. Wir halfen, Wohnungen zu bekommen und persönliche Veränderungen einzuleiten. In einer Zeit, in der die Stadt New York kein Geld hatte und Leute entließ, halfen wir einer von uns dabei, gleich 3 Arbeitsangebote als Stadtplanerin zu bekommen. Wir veranstalteten sogar ein Fest, bei dem eines unserer Mitglieder Junggesellen treffen konnte – und sie heiratete den nettesten davon!
Unsere Energie für einander war schier unerschöpflich. Stolz feierten wir jeden kleinen Sieg. Wir schätzten die Visionen und Träume der anderen. Und wir kämpften regelrecht füreinander, wenn es darum ging, die Hindernisse eines Gruppenmitgliedes zu überwinden. Natürlich waren wir alle ein bißchen schüchterner, wenn es darum ging, das eigene Ziel anzu-gehen – aber in dem Fall gaben die anderen nicht auf und wurden nicht müde, uns auf unserem Weg zu begleiten. So gingen wir Schritt für Schritt auf jedes Ziel zu.
Damals wurde mir klar, das alles falsch war, was man mir hinsichtlich er-folgreichen Handelns beigebracht hatte. In unserer Gruppe verwirklichten wir einen Traum nach dem anderen ohne auch nur ein bißchen "positiv zu denken". Sätze wie "du mußt an dich glauben", "liebe dich selbst", etc. wur-den von uns gar nicht beachtet. Ganz im Gegenteil: wir klagten so oft, dass ich daraus eine "Methode des Jammerns" machte, die es uns erlaubte, alle negativen Gedanken auszudrücken, ja zu feiern und darüber zu lachen, bis wir wieder an die Arbeit gehen konnten.
Nichts hätte deutlicher sein können: Wenn es darum geht, Träume Wirk-lichkeit werden zu lassen, dann zählt einzig und allein Unterstützung. Ob wir positiv denken oder eine negative Einstellung haben: was uns zurück-wirft und verharren läßt ist der Glaube, dass wir alles selber und ganz alleine tun müssen. Isolation tötet Träume in einem viel größeren Ausmaß als eine negative Einstellung oder pessimistische Gedanken! Es ist Unterstützung, welche die Träume vor dem Abgleiten in das Nichts rettet.
Seitdem ich diese ganz erstaunliche Wahrheit entdeckt habe, träume ich von einer Welt, in der jede und jeder die Unterstützung bekommt, die er oder sie braucht, um die eigenen Träume und Talente zu verwirklichen. Ich möchte der Hoffnungslosigkeit, der Verschwendung von Talent, Energie und Glück, die aus zu wenig Unterstützung resultiert, ein Ende bereiten.
Barbara Sher